Podiumsdiskussion zur Zukunft der Automobilindustrie – mitten im LEZ der MYPEGASUS Akademie

Die internationale Arbeitsteilung hat der Bundesrepublik über Jahrzehnte ihren Wohlstandsgewinn beschert. Fabriken, in denen Autos, Maschinen und andere faszinierende Produkte entstehen, galten als Herzstück des deutschen Wirtschaftsmodells. Doch was einst als „Made in Germany“ weltweit begeisterte, entsteht heute längst auch anderswo – und oft günstiger, schneller, digitaler. Asiens Aufsteiger beherrschen nicht nur moderne Elektronik, sondern ebenso klassische Industriekunst mit Stahl und Schrauben. Gleichzeitig setzen mit China und den USA ausgerechnet unsere wichtigsten Handelspartner zunehmend auf Abschottung. Allein im vergangenen Jahr gingen so in Deutschland über 124.000 Industriearbeitsplätze verloren. Unternehmen kämpfen mit geopolitischen Unsicherheiten, hohen Standortkosten, Bürokratie und einer schwachen Inlandsnachfrage.

Die zentrale Frage lautet daher:
👉 Wie halten wir Wertschöpfung im Land?
👉 Wie sichern wir gute Arbeit und Qualifizierung?
👉 Wie gestalten wir die Mobilität von morgen?

Darüber diskutierten am 11.02.2026:
Isabel Cademartori, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Mannheim
Dr. Claudia Hülsken, 1. Bevollmächtigte IG Metall Reutlingen-Tübingen
Dr. Jan Vetter, Geschäftsführer Südwestmetall
Berkay Temelli, Dualer Student bei ElringKlinger AG

👌 Das Besondere: Die Diskussion fand mitten in der Lehrwerkstatt der MYPEGASUS Akademie statt – zwischen Maschinen, Schraubstöcken und Werkzeug. Ein starkes Format in authentischem Ambiente. Transformation dort zu diskutieren, wo sie konkret stattfindet, hat dem Abend eine besondere Intensität verliehen.

Fazit der Diskussion:
Transformation beginnt bei jedem Unternehmen und bei jedem Einzelnen.

✔️ Wir brauchen eine kluge und verlässliche Industriepolitik.
✔️ Einen fairen Umgang mit Beschäftigten.
✔️ Mehr Investitionen und Innovationen.
✔️ Deutlich weniger Bürokratie und mehr Tempo bei der Digitalisierung.

Unternehmen, die nicht in ihre Zukunft investieren, geben sich selbst auf.
Trotz aller Herausforderungen gibt es auch Grund für Optimismus: Zum Jahresende wurde bei den Neugründungen ein Rekord verzeichnet – so viele Start-ups wie noch nie sind gestartet. In einzelnen Industriebereichen zeigen sich erste positive Signale.

Die Transformation ist kein Selbstläufer. Aber sie ist gestaltbar!

Herzlichen Dank an alle Diskutanten, aber auch an Helga Fabritius, Liliia Melnychuk, Sebastian Weigle, Ronja Nothofer-Hahn, Dr. Martin Rosemann, Dusan Vesenjak, an alle Ausbilder*innen des MYPEGASUS Lern- und Entwicklungszentrums sowie an Rosi Freimüller und Brigitte Lutz.