Firmenhistorie MYPEGASUS GmbH

01.05.1994

Geburtsstunde der MYPEGASUS als erste Transfergesellschaft modernen Typs in Reutlingen. 330 Beschäftigte von Burkhardt+Weber sowie 30 Beschäftigte des insolventen Sägeherstellers Gustav Wagner waren die ersten aufgefangenen Arbeitnehmer. Im Laufe des Jahres kamen noch 30 Beschäftigte der Schwäbischen Hüttenwerke Aalen hinzu. Rainer Schwille (damals stellvertretender Betriebsratsvorsitzender BW) organsiert den Prozess und baut Strukturen auf. 

01.05.1994
01.01.1996

Einst lieferte die Grundig AG aus Nürnberg Bild und Sound des deutschen Wirtschaftswunders. In Spitzenzeiten beschäftigte die Firma fast 38.000 Menschen. Dann kam der Niedergang des ruhmreichen Konzerns. Der 1.1.1996 war gleichzeitig Gründungsdatum der „Nürnberger Gesellschaft für Personalentwicklung und Qualifizierung (GPQ)“ als Tochter der Reutlinger MYPEGASUS Beteiligungs-gesellschaft. Zum Geschäftsführer der GPQ wurde der Betriebsratsvorsitzende der iR3 International, Herbert Hansel, berufen. Er als Mitinitiator des Beschäftigungsplans konnte so das neu geschaffene arbeitsmarktpolitische Instrument einer betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheit (beE) zur Anwendung bringen. Die GPQ nahm zuerst 40 Mitarbeiter des zum 31.12.1995 stillgelegten Scannerwerks iR3 International auf. Im Verlauf des Jahres 1996 wurden von GPQ weitere sieben betriebsorganisatorische Einheiten für mehr als 1.300 Mitarbeitern eingerichtet. Ursprünglich war der Einsatz der GPQ regional auf Bayern begrenzt vorgesehen. Doch nach und nach wurde sie auch außerhalb Bayerns angefordert. Dies zunehmend in Kooperation mit der Reutlinger Muttergesellschaft bei der Einrichtung mehrerer überregional einzurichtenden Transfergesellschaften, wie Woolworth, Praktiker/Max Bahr oder Air Berlin.

01.01.1996
01.05.1996

Feuertaufe für die junge Transfergesellschaft. 100 Jahre lang war die Vulkan-Werft Symbol für den Schiffsbaustandort Bremen. Doch dann geriet das Unternehmen, das zeitweise bis zu 20.000 Menschen Arbeit gab, in existenzielle Nöte. Die Werft geht 1996 in die Insolvenz und stellt den Schiffbau ein. 4276 Arbeitnehmer werden in der MYPEGASUS am Standort Bremen für 18 Monate aufgefangen, qualifiziert und vermittelt. Das Modell etabliert sich. MYPEGASUS entwickelt sich zum bundesweiten Marktführer für Personaltransfer.

01.05.1996
01.02.2000

Die nächste Großpleite erschüttert die Bundesrepublik. Die Philipp Holzmann AG war Jahrzehnte lang das größte deutsche Bauunternehmen – bis zur Überschuldung. MYPEGASUS fängt für zwei Jahre 1880 Arbeitnehmer auf – und vermittelt über 70 % in neue Arbeit.

01.02.2000
01.01.2003

Die SEL Alcatel in Stuttgart schreibt 500 Mio Verlust. 743 Beschäftigte werden von MYPEGASUS für zwei Jahre aufgefangen.

01.01.2003
21.01.2005

Krise beim deutsch-amerikanischen Autobauer Adam Opel AG. 2479 Beschäftigte scheiden in Rüsselsheim und Kaiserslautern aus und werden zu hohen, abgesicherten Bezügen von MYPEGASUS für ein Jahr aufgefangen. Es entsteht eine Diskussion über vermittlungshemmende Elemente in Vereinbarungen, die später auch in die Gesetzgebung eingeht.

21.01.2005
06.03.2006

Der schwedische Electrolux-Konzern schließt in Nürnberg das AEG Hausgerätewerk mit 1700 Beschäftigten. Die Beschäftigten der AEG Electrolux und die IG Metall erreichen allerdings nach 46 Tagen Streik einen spektakulären Sozialtarifvertrag in Höhe von 150 Mio Euro für Abfindungen, Qualifizierungen und Vorruhestand. Die GPQ fängt die Beschäftigten auf und organisiert innovative Qualifizierungsmaßnahmen.

06.03.2006
01.07.2009

Insolvenz der Kaufhauskette Woolworth. 3500 Beschäftigte werden von MYPEGASUS aufgefangen. Das Projekt ist in jeder Beziehung ein organisatorischer Kraftakt, da kurzfristig der Transfer in bundesweit 313 Filialen organisiert werden muss.

01.07.2009
30.08.2012

Gründung des ersten Betriebsrates bei der MYPEGASUS mit einer weiblichen Betriebsratsvorsitzenden. Die Betriebsvereinbarung regelt den Nichtraucherschutz im Unternehmen.

30.08.2012
01.10.2013

Die nächste Insolvenz. Die Baumarktkette Praktiker/Max Bahr ist pleite. Im Trägerverbund mit fünf weiteren Transferträgern werden 7500 Beschäftigte aufgefangen. Mit 2341 Arbeitnehmern in bundesweit 112 Filialen leistet MYPEGASUS die Hauptarbeit. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. MYPEGASUS erhält Bestnoten und schneidet als bester Träger in allen Kategorien ab.

01.10.2013
12.04.2015

Rainer Schwille, langjähriger Geschäftsführer der MYPEGASUS, verstirbt nach schwerer Erkrankung. Er hinterlässt eine MYPEGASUS, die als Marktführer Transfer an knapp 30 Standorten mit über 100 Beschäftigten präsent und gefragter Partner für Unternehmen, Gewerkschaften und Politik ist.

12.04.2015
01.09.2016

Jan Kiehne übernimmt als Geschäftsführer die operative Leitung der MYPEGASUS.

01.09.2016
01.04.2017

GE Altstom baut über 1000 Stellen in Mannheim ab. 360 Beschäftigte fängt die MYPEGASUS auf und bringt die Kolleginnen und Kollegen wieder in Lohn und Brot.

01.04.2017
01.08.2017

Aus für Solarworld! Beim letzten großen Solarhersteller gehen die Lichter aus. In Arnstadt und Bonn wechseln ca. 670 Solarworld Beschäftigte in von MYPEGASUS gegründete Transfergesellschaften. Die Mitarbeiter erhalten ein persönliches Coaching, Qualifizierungen und Vermittlungsunterstützung. Erfreuliche Bilanz: Über 80% der zu vermittelnden Beschäftigten haben wieder eine neue Stelle gefunden.

01.08.2017
01.11.2017

Die zweite Großinsolvenz des Jahres 2017. Nach fast 40 Jahren Flugbetrieb landet am 27. Oktober 2017 der letzte Air-Berlin Flieger in Berlin-Tegel. Die Airline mit Herz ist pleite. Insgesamt 1.128 Beschäftigte bekommen die Möglichkeit in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Diese wird von MYPEGASUS im Verbund mit zwei weiteren Transferträgern in Berlin, München und Düsseldorf organisiert. Nach einem Jahr haben 85% der Beschäftigten einen neuen Job! Verdi nennt die Transfergesellschaft „ein gelungenes Beispiel für eine aktive und soziale Arbeitsmarktpolitik“.

01.11.2017
18.04.2018

Die MYPEGASUS Gruppe hat einen neuen Gesellschafter: die gemeinnützige MYPEGASUS Stiftung. Stiftungsgründer ist Herbert Hansel, der die MYPEGASUS in einer schwierigen Situation übernommen und die Gesellschaftsanteile eingebracht hat. Ein vierköpfiger Stiftungsrat verwaltet das Vermögen der MYPEGASUS Stiftung. Die Stiftungsgeschäfte werden durch einen Stiftungsvorstand geführt. Stiftungszweck ist die Volks- und Berufsbildung. 

18.04.2018
01.05.2019

25-jähriges Firmenjubiläum der MYPEGASUS! In über 2000 betrieblichen Projekten konnte zehntausenden Arbeitnehmern in einer schwierigen und existenzbedrohlichen Situation geholfen werden. MYPEGASUS schaut nach vorne und beschäftigt sich mit Zukunftsfragen. Die Digitalisierung und die Umstellung auf E-Mobilität werden zu einer tiefgreifenden Transformation der Industrie führen. Hierzu gibt es bereits Angebote. Daher ist MYPEGASUS gut aufgestellt für die Herausforderungen des gesellschaftlichen und industriellen Wandels.

01.05.2019
21.08.2019

IG Metall schließt bei MYPEGASUS einen bundesweiten Haustarifvertrag ab! Nachdem man sich intern schon immer am Tarifvertrag der Metall und Elektroindustrie orientiert hat, erhalten die über 100 Beschäftigten bei MYPEGASUS nun auch die formale tarifvertragliche Absicherung.  

21.08.2019